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Familienrecht: Scheidung / Versorgungsausgleich

Auch hier ist zunächst ein in geschützter Atmosphäre durchgeführtes umfassendes Beratungs- und Informationsgespräch erforderlich. Wir nehmen die persönlichen Umstände des Mandanten auf, soweit Sie für die Scheidung relevant sind.

Geklärt wird zum Beispiel die Frage des Trennungszeitpunktes, da vor Einreichung eines Scheidungsantrages eine Mindesttrennungszeit von einem Jahr gegeben sein muss. Die Trennung erfolgt in der Regel durch Auszug eines der Partner aus der gemeinsamen Wohnung. Möglich ist aber auch eine Trennung unter gleicher Adresse (Trennung von Bett und Tisch). Welche Voraussetzungen hierfür vorliegen müssen, kann detailliert besprochen werden.

Damit wir einen Scheidungsantrag für Sie bei Gericht einreichen können, benötigen wir eine Kopie der Heiratsurkunde. Der Scheidungsantrag wird dann beim Familiengericht eingereicht, das für den letzten ehelichen Aufenthalt zuständig ist. Das Gericht wird dann eine Gerichtskostenrechnung übersenden, die zu bezahlen ist, sofern keine Verfahrenskostenhilfe beantragt und gewährt wurde. Nach Einzahlung der Gerichtskosten wird der Scheidungsantrag an die Gegenseite übermittelt mit der Aufforderung, hierzu binnen einer gewissen Frist Stellung zu nehmen. Der Ehepartner benötigt grundsätzlich keinen eigenen Rechtsanwalt zur Durchführung des Scheidungsverfahrens, wenn er der Scheidung lediglich zustimmen möchte und sich die Parteien über alle Punkte von Trennung/Scheidung einig sind.

Möchte der andere Partner aber eigene Rechte wahrnehmen oder sich gegen Ansprüche des anderen zur Wehr setzen, so sollte er sich auf jeden Fall ebenfalls anwaltlichen Beistand suchen und sich nicht durch die Kostenlast abschrecken lassen: sollte nur geringes Einkommen vorhanden sein, so kann auch für ihn Verfahrenskostenhilfe beantragt werden.

Gleichzeitig mit der Übersendung des Schriftverkehrs händigt das Familiengericht Vordrucke zur Durchführung des Versorgungsausgleiches aus. Diese müssen beide Parteien ausfüllen, damit das Gericht die Formulare an die Rentenversicherungsträger zur Berechnung der Rentenanwartschaften oder andere Versorgungsträger übersenden kann.

Die von dort ermittelten Werte werden vom Gericht zusammengefasst und der Versorgungsausgleich durchgeführt. Kern des Versorgungsausgleiches ist ein gerechter Ausgleich der während der Ehezeit (Eheschließung bis Zustellung des Scheidungsantrages) erworbenen Rentenrechte. Dies bedeutet, dass der Ehepartner, der während der Ehezeit eine höhere Anwartschaft erworben hat, ca. die Hälfte des Überschusses an den zu scheidenden Ehepartner zu übertragen hat.

Dies erfolgt automatisch nach Klärung der bestehenden Rechte durch die Versorgungsträger bzw. zusammengefasst dann durch das Gericht. Die Durchführung des Versorgungsausgleiches ist nach neuer Rechtslage kompliziert und wird daher sowohl durch das Gericht als auch durch die Rechtsanwälte und die Parteien kontrolliert.

Die Durchführung des Versorgungsausgleiches im Scheidungsverfahren ist zwingend. Nur in Ausnahmefällen ist der Verzicht auf die Durchführung des Versorgungsausgleiches möglich, zum Beispiel wenn ein Ehevertrag geschlossen worden war oder aber ein Ausgleich aus anderen Gründen entfallen kann.

Auch hierüber werden Sie entsprechend Ihres Einzelfalls informiert.

Kosten: siehe 1. Allgemeine Information