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Familienrecht: Die „ledigen“ Väter - Umgangsrecht

Dies sind leibliche Väter eines Kindes, die nicht mit der Mutter des Kindes verheiratet sind oder waren.

In Deutschland ist prinzipiell nur der Mann Vater, wenn das Kind während der Ehe zur Welt gekommen ist oder der die Vaterschaft anerkannt hat. Dies führt zu der Unterscheidung des biologischen = leiblichen und des rechtlichen Vaters.

Die Rechtslage in Deutschland hatte über Jahrzehnte die Folge, dass der nichtleibliche=rechtliche Vater das Recht hatte, mit dem Kind Umgang zu haben, aber nicht der leibliche Vater.

Lebensnaher Grund hierfür war und ist oftmals, dass es der Mutter gelingt, die Umgangspersonen für ihr Kind zu bestimmen. So hatte der leibliche, nicht mit der Mutter verheiratete oder liierte Vater überhaupt keine Möglichkeit, Kontakt zu seinem Kind aufzubauen, wenn es der Mutter nicht gefiel. Der Kontakt war aber Voraussetzung für ein Umgangsrecht, weil die Gerichte das Kind ja auch nicht einem Fremden übergeben wollten.

Also war es für einen „ledigen“ Vater aussichtslos, Kontakt zu seinem leiblichen Kind zu haben und eine Beziehung aufzubauen, wenn die Mutter dagegen war.

Dies hat sich durch die europäische Rechtsprechung geändert, weil man aus europäischer Sicht die familiären Beziehungen objektiv betrachtet und vom Wohl des Kindes ausgeht. Das Kind hat ein Recht auf beide leibliche Elternteile. Hierbei akzeptiert die europäische Rechtsprechung die Einwände der Mütter, es würde den Kindern nicht guttun etc., nicht. Nur wenn gravierende Gründe gegen das Umgangsrecht sprechen, wird dieses versagt.

Die deutschen Familiengerichte sind verpflichtet, sich den Vorgaben der europäischen Rechtsauffassung anzuschließen, was merklich dazu führt, dass die „ledigen“ Väter das gleiche Recht am Kind haben, wie die leibliche Mutter. Die Mutter ist daher verpflichtet, den Umgang zuzulassen und zu fördern.

Auch hierüber beraten wir Sie umfassend und setzen Ihre Rechte durch.

Kosten: siehe 1. Allgemeine Information